Bereits vor einem Jahr haben wir einen kurzen Film nur mit KI-Tools erstellt. Also vom Drehbuch, über die Bild- und Videogenerierung bis hin zum Voice-Over und der Musik. Die Tools haben damals beeindruckende Ergebnisse ermöglicht, stießen aber oft an technische Grenzen. Nun haben wir das gleiche Video noch einmal erstellt und die Möglichkeiten haben sich deutliche weiterentwickelt.
2025: Eine emotionale Geschichte über KI
Die Geschichte hinter meinem ersten Film entstand ursprünglich durch eine Werbeanzeige auf Instagram, in der ein KI-Tool eine weitere Person in ein Hochzeitsfoto eingefügt hat. Das war für mich der Auslöser für die zentrale Überlegung der Handlung: Sollten wir wirklich in solchen emotionalen Erinnerungen eine Änderung vornehmen? Der Kurzfilm behandelt daher ein emotionales Thema: Den Verlust eines geliebten Menschen und die Generierung einer digitalen Nachbildung. Die Grundidee war es einen Film zu produzieren, der von einer KI erstellt wurde und über eine KI handelt. Daher haben wir das Drehbuch mit ChatGPT erstellt.
Nachdem das Drehbuch stand wurden die Bild- und Videodateien generiert. Dafür kam für die Generierung der Startbilder Sora von OpenAI (wurde eigestellt) sowie Kling AI zum Einsatz. Diese Bilder wurden dann ebenfalls mit Kling zum Leben erweckt. Das Voice-Over haben wir mit dem Branchenstandard ElevenLabs erstellt, ebenso den Soundtrack. Den kompletten Workflow habe ich dir ein einem Video von Movie Mentor zusammengefasst.
2026: Generative KI entwickelt sich schnell
Da die Erstellung der ersten Version viele Kompromisse nötig machte und das Ergebnis an vielen Stellen deutlich als KI generiert erkennbar war, haben wir den Film mit aktuellen Tools neu erstellt. Die Geschichte und die Einstellungen blieben nahezu identisch, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Das Ergebnis ist ein deutlich realistischeres Ergebnis. Auch bei der Erstellung selbst bieten die Tools mehr Möglichkeiten.
Anderes als in der ersten Fassung haben wir Nano Banana 2 von Google für die Bildgenerierung genutzt, ebenso Lyria für die Erstellung des Soundtracks. Die Wahl der Tools war bewusst so gewählt, dass nicht für jeden Arbeitsschritt „das beste“ zu Anwendung kam. Ziel war es ein möglichst gutes Ergebnis mit einer begrenzten Auswahl an Tools zu erstellten. Denn: Auch ein KI-Video kostet Geld und vor allem Zeit. Die meisten KI-Anbieter setzen auf ein Abo zwischen 20 – 30 € pro Monat und einem Credit-System, das die Generierungen begrenzt.
Die Entstehung des Videos habe ich dir wieder im folgenden Movie Mentor „Werkstattbericht“ zusammengefasst. Ein umfangreicher Fachbeitrag geht noch etwas mehr in die Tiefe.
Die echte Kamera hat nicht ausgedient
Auch wenn die Ergebnisse beeindruckend wirken, so darf man das nicht als Ersatz für einen klassischen Videodreh verstehen. Das hat mehrere Gründe: Die Erstellung eines solchen Films bleibt aufwändiger Prozess, der hunderte Versuche, viel Geduld und immer noch eine gehörige Portion Glück erfordert. Man muss ständig Kompromisse eingehen oder sich von festen Ideen im laufenden Prozess verabschieden. Kurz: Die KI erstellt oft nicht das, was man sich vorstellt und mit einer Kamera einfach gefilmt hätte.
Durch den hohen Arbeitsaufwand entstehen natürlich auch hohe Kosten, die nicht selten die einer klassischen Produktion erreichen. Denn der Aufwand ist nur das eine, der andere sind die Tools selbst. Normalerweise nutzt man 4-5 KI-Tools mit jeweils monatlichen Gebühren und einer Begrenzung der Generierungen. Da kommen schnell mehrere hundert Euro für einen kurzen Film wie diesen zusammen.
Was mir an dieser Stelle aber am wichtigsten ist: Wir sollten uns die Frage stellen, wie weit die KI unsere Kreativität und das menschliche austauschbar werden lässt. Einfach nur einen KI-Clip zu produzieren, nur weil es gerade jeder macht, ist aus meiner Sicht nicht der richtige Weg. Die KI kann Aufnahmen ermöglichen, die zuvor nicht möglich waren. Das ist aus meiner Sicht die größte Stärke. KI-Clips verschenken aber auch Vertrauen und Glaubwürdigkeit, auch weil seit August 2026 solche Inhalte gekennzeichnet werden müssen. Wir setzen daher nach wie vor auf die echte Kameraarbeit ohne uns vor der Technologie komplett zu verschließen.