INTERVIEWS RICHTIG AUFNEHMEN

INTERVIEWS RICHTIG AUFNEHMEN
Beispiel für eine Ansprache vor einem Greenscreen

Wie viele Kameras denn nun?

Sind die grundlegenden Fragen geklärt, kann nun entschieden werden, wie das Interview aufgezeichnet werden soll. Grundsätzlich gibt es hierzu mehrere Möglichkeiten:

  1. Aufnahme mit einer Kamera statisch von vorne. Dies ist eine klassische Aufnahme, bei der die Person direkt den Zuschauer anspricht bzw. der Fragesteller mit dem Interviewten gemeinsam auf einem Bild zu sehen sind. In der Regel ist das Video sehr kurz und Schnitte gibt es keine. Hier punktet das Video vor allem durch einen spannenden Inhalt. Durch die geringe Abwechslung im Schnitt werden solche Videos aber schnell langweilig.
    1. Im Zeitalter der hochauflösenden Kameras besteht aber auch die Möglichkeit mit nur einer Kamera verschiedene Brennweiten zu realisieren. Bei einer Aufzeichnung in 4K und Ausgabe des Videos in beispielsweise Full-HD, kann ohne starken Qualitätsverlust im Schnitt digital „gezoomt“ werden. Das genügt in vielen Fällen schon für einen abwechslungsreichen Film, bei nur einem Durchgang.
    2. Möglich ist auch das Interview zu wiederholen und die Kamera im zweiten Durchgang anders zu positionieren. Das macht aber nur Sinn, wenn genug Zeit vorhanden ist und der Inhalt möglichst genau wiederholt werden kann. Der Schnitt ist hier aufwändiger. In den allermeisten Fällen ist es die bessere Lösung eine zweite Kamera aufzubauen.
  2. Aufnahme mit einer bedienten Kamera. Hier spricht man von situativem Drehen. Das bedeutet, dass der Kameramann während der Aufnahme die Kamera schwenkt, zoomt oder diese bewegt. Das erfordert viel Gefühl, da die Bilder ja stets zum Inhalt passen müssen und nicht zu sehr vom Inhalt durch Bewegungen ablenken dürfen. Bei mehreren Personen eine schwierige Aufgabe.
    1. Oft kombiniert man eine solche Aufnahme mit B-Roll Material: Das sind Aufnahmen, die im Schnitt fast immer verwendet werden können, beispielsweise der Hände, der Dekoration im Raum oder auch inhaltlich passende Bilder, die extra angefertigt wurden. Grafiken und Bilder sind auch eine gute Möglichkeit. Somit wird das Interview spannend und abwechslungsreich. Zudem sind auch Schnitte im Audio möglich, was in den meisten Fällen nur funktioniert, wenn man die Person nicht sieht und nur die Sprache hört.
  3. Aufnahme mit mehreren Kameras. Das ist in den meisten Fällen sicherlich die beste Lösung, insbesondere wenn mehrere Personen zu sehen sind. Die Möglichkeiten im Schnitt sind hier am größten und es kann punktgenau geschnitten werden, was beim situativen Drehen nicht immer der Fall sein wird.

Die Frage nach den Kosten

Die genannten Möglichkeiten sind natürlich mit unterschiedlichem Aufwand verbunden. Die Kosten und der Zeitaufwand unterscheiden sich hierbei teilweise erheblich.

Natürlich sind Aufzeichnungen mit mehreren Kameras, die auch noch bedient sind, deutlich teurer, als nur mit einer statischen Kamera. Meist aber lohnt sich der Aufwand und die Bilder ergänzen perfekt den Inhalt. Trotzdem bemühen wir uns immer die beste Lösung zu finden und die Kosten nicht unnötig zu steigern. Denn oft genügt es auch auf eine einfachere Lösung zurückzugreifen und nicht gleich mit einem LKW voller Technik am Drehort vorzufahren.

Greenscreen – eine Alternative?

Geht es um eine Ansprache, bei der sich die Person direkt an den Zuschauer wendet, so stellt eine Aufzeichnung von Interviews vor einem Greenscreen eine Alternative dar. Unabhängige Aufnahmeorte, genug Möglichkeiten im Schnitt und flexibel anpassbare Aufnahmen sprechen dafür.

Fazit

Die Möglichkeiten bei der Aufzeichnung eines Interviews sind vielfältiger, als man vielleicht denken mag, weshalb auch hier – wie bei fast jedem Film – die Vorplanung wichtig ist. Dann klappt es auch mit dem Interview. Wir würden uns freuen, wenn auch Du das nächste Interview uns anvertraust. 

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